Vorwort von Johannes Rau zu Band I

Lieber Leser,

der Autor dieses Buches ist ein Mann, der gerne lustige Geschichten erfindet und erzählt, der bergische Lieder komponiert und der meint, dass wir nicht nur im Karneval etwas zu lachen haben sollten.

Seine Lieder, Geschichten und Gedichte schreibt er in der Mundart, die in Wuppertal zu Hause ist und mit der man auch Drastisches in liebenswürdiger und versöhnlicher Art ausdrücken kann.

Der Dialekt hat den Vorzug, ganz fern von allem Gestelzten zu sein. Ich meine, dass der Dialekt auch dazu beitragen kann, dass man mehr "Tuchfühlung" miteinander bekommt. Menschliches, Allzumenschliches lässt sich oft in heimatlicher Mundart leichter aussprechen als in einer Sprache, die sich an das geschriebene Hochdeutsch anlehnt.

Die beiden fröhlichen Figuren, die in den gereimten Geschichten von Herbert Hessler auftauchen, stehen gewiss vielen Wuppertalern nahe. Sie kommen mit Frohsinn und Mutterwitz gut durchs Alltagsleben.

Als Wuppertaler Bürger, der den heimatlichen Dialekt nicht missen möchte, weil er zu unserer Wuppertaler Eigenart gehört und oft bildhafter beschreiben kann, was uns bewegt, wünsche ich den Lesern dieser Geschichten viel Vergnügen.

Ich hoffe, dass die "Dönekes" wie hier immer wieder Erzähler finden, die uns mit heimatlichem Dialekt eine gute Portion Lebensfreude vermitteln.


   Johannes Rau