Die Wuppertaler Mundart

Aussprache und Schreibweise

Mundart ist eine Sprache, die in die Hände spuckt und zupackt. Sie ist eine Du-Sprache, bei der in dem Du keine Abwertung, sondern viel freundschaftliche Wärme liegt. Sie macht mit jedem Wort die Gegend lebendig, der sich der Betreffende verbunden fühlt.

Platt galt lange Zeit als Ausdruck einer niederen sozialen Stellung. Das hat sich in den letzten Jahren geändert; denn wenn wir unsere Heimatsprache verlieren, verlieren wir einen wichtigen Teil unserer Identität, unserer Kultur. Nach oben

Der Dialekt in unserem Lande ist meist landschaftsverbunden. Es gibt den bayrischen, den hessischen, den sächsischen, den norddeutschen usw. Dialekt. Aber nur wenige Städte haben einen eigenen Dialekt. Dazu gehört u.a. auch Wuppertal. Während in den anderen Regionen und Städten der Dialekt mit einer Selbstverständlichkeit gesprochen wird, tun sich die Wuppertaler vielfach schwer mit ihrer Heimatsprache. Auch was die Schreibweise betrifft. Wopperdaler Platt kallen können völl! Aber beim Schreiben wird es schwierig. Es wird wohl auch nie eine einheitliche Schreibweise geben; denn eine Sprache lebt, und alles was lebt, ändert sich. Davon bleibt auch ein Dialekt nicht ver-schont. Schon der Dialekt auf Wuppertals Südhöhen ist von dem im Tal gesprochenen z.T. verschieden, da hier die Einflüsse von Remscheid und Solingen wirksam sind. Man spricht dort auch nicht vom Wuppertaler, sondern vom Ronsdorfer oder Cronenberger Dialekt. Es wäre daher auch problematisch, ein "Wörterbuch der Wuppertaler Mundart" zu erstellen. Nach oben

Logisch ist z.B., dass man nicht schreibt "et gefft, et goof", sondern ,"et gewt, et gow"; denn der Infinitiv ist "gewen". Und in der Aussprache gibt es keinen Unterschied.

Der Dialekt ist eine Lautsprache, d.h.: wie man ein Wort ausspricht, so schreibt man es auch. Man kann mit Überlegung die bestmögliche Form für die Schreibweise eines Wortes finden.

Jeder Wuppertaler, der im Dialekt schreibt, ist um den Erhalt unserer Heimatsprache bemüht. Das kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn er möglichst viele Wuppertaler mit seinen Geschichten, Gedichten und "Dönekes" erreicht. Und da bietet sich in erster Linie eine Lokalzeitung an. Sie müsste (wenn auch sie der Meinung ist, dass unser Heimatdialekt eine erhaltenswerte Sprache ist) den Wuppertaler Mundartautoren Gelegenheit geben, ihre Arbeiten dem Leserpublikum vorzustellen, was sicherlich von vielen Wuppertalern dankbar angenommen würde. Nach oben

Die hier niedergeschriebenen Gedanken und Ideen sind in dem Buch "Dönekes van Pitter on Kaal" verwirklicht worden. Bundespräsident Dr. Johannes Rau meint u.a. auch in seinem Vorwort zu diesem Buch: "...Als Wuppertaler Bürger möchte ich den heimatlichen Dialekt nicht missen, weil er zu unserer Wuppertaler Eigenart gehört..."

Dem Schreiber dieser Zeilen wurde wegen seiner ,ehrenamtlichen Verdienste um die landschaftliche Kulturpflege im Rheinland auf dem Gebiet der Mundartdichtung; vom Landschaftsverband Rheinland am 26.11.97 der Kulturpreis "Rheinlandtaler" und für sein Engagement für die Senioren Wuppertals, am 08.11.1991 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Nach oben

In diesem Sinne viel Freude und Vergnügen mit

PITTER ON KAAL